Crypto Market Update

Ist Bitcoin bereits wieder in einem bullischen Aufwärtstrend?

Market Update: Warum Bitcoin trotz Erholung noch nicht aus der Konsolidierung ausgebrochen ist

Market Update: Warum Bitcoin trotz Erholung noch nicht aus der Konsolidierung ausgebrochen ist

Der Kryptomarkt befindet sich aus unserer Sicht weiterhin in einer Konsolidierungsphase. Zwar hat sich der Bitcoin-Preis über die vergangenen Wochen spürbar erholt. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Erholung trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten stattgefunden hat. Genau deshalb stellt sich nun die zentrale Frage: Ist Bitcoin bereits dabei, aus der Konsolidierung in ein nachhaltiges bullisches Momentum überzugehen?

Aus unserer Perspektive ist diese Frage noch nicht eindeutig zu beantworten. Denn trotz der jüngsten Erholung hat Bitcoin mehrere wichtige Widerstandsbereiche noch nicht nachhaltig überwunden. Gerade in Bärenphasen sind kräftige Gegenbewegungen nichts Ungewöhnliches. Historisch kam es immer wieder zu Erholungen von bis zu 30 Prozent, ohne dass daraus automatisch ein neuer Aufwärtstrend entstand.

Am unteren Ende dürfte das Tief von Anfang Februar bei knapp 60’000 US-Dollar vorerst als relevante Unterstützungsschwelle dienen. Gegen oben bleibt der Bereich zwischen 80’000 und 85’000 US-Dollar entscheidend. Erst wenn Bitcoin diese Zone nachhaltig durchbricht, kann man von einer bullischen Bestätigung sprechen.

Warum Bitcoin gerade jetzt in einer wichtigen Zone ist

Die Widerstandszone zwischen 80’000 und 85’000 US-Dollar hat es in sich. Sie vereint gleich mehrere aus technischer und On-Chain-Sicht relevante Preisniveaus. Dazu gehören die durchschnittlichen Anschaffungskosten der Kurzzeithalter bei rund 78’600 US-Dollar, die Durchschnittseinkaufsschwelle aller aktiven Investoren bei rund 78’100 US-Dollar sowie die durchschnittlichen Anschaffungskosten aller Bitcoin-ETF-Halter bei rund 82’100 US-Dollar.

Hinzu kommt der gleitende 200-Tagedurchschnitt bei rund 83’300 US-Dollar sowie die durchschnittlichen Produktionskosten für das Schürfen eines Bitcoins, die ebenfalls bei rund 81’600 US-Dollar liegen. Auch charttechnisch ist dieser Handelsbereich deshalb besonders relevant. Zusätzlich besteht in dieser Zone ein beachtlicher Angebotsüberhang von Marktteilnehmern, die zu höheren Kursen gekauft haben und bei einer Erholung möglicherweise wieder verkaufen könnten.

Damit wieder von einem bestätigten bullischen Aufwärtstrend gesprochen werden kann, müsste Bitcoin diese Preisschwellen nachhaltig überwinden. Ein kurzfristiger Anstieg allein reicht dafür nicht aus. Entscheidend ist, ob der Markt genügend Nachfrage entwickelt, um diesen Angebotsbereich zu absorbieren.

Grafik: Relevante Bitcoin-Preisniveaus und Widerstandszonen | Quelle: Checkonchain.com

Grafik: Relevante Bitcoin-Preisniveaus und Widerstandszonen | Quelle: Checkonchain.com

Weshalb die Bitcoin-Bullen vermutlich mehrere Anläufe brauchen

Historisch gesehen haben Bitcoin-Bullen oft mehrere Anläufe benötigt, um vergleichbare Widerstandszonen nachhaltig zu durchbrechen. Genau darauf deutet auch die aktuelle Marktstruktur hin. Der genannte Handelsbereich ist nicht nur psychologisch relevant, sondern bündelt mehrere Schwellen, an denen unterschiedliche Investorengruppen wieder in die Gewinnzone oder zumindest in die Nähe ihres Einstandspreises gelangen.

Das kann kurzfristig Verkaufsdruck erzeugen. Anlegerinnen und Anleger, die in der vorherigen Aufwärtsbewegung zu höheren Kursen gekauft haben, könnten eine Erholung nutzen, um Positionen zu reduzieren. Gleichzeitig beobachten neue Käuferinnen und Käufer sehr genau, ob Bitcoin genügend Stärke zeigt, um diesen Bereich zu überwinden.

Auch der Optionsmarkt zeigt noch keine klare Entwarnung. Auf Deribit, einer der wichtigsten Derivate-Börsen für Bitcoin-Optionen, sind Optionshändler für Juni derzeit weiterhin eher bärisch positioniert. Das deutet darauf hin, dass professionelle Marktteilnehmer kurzfristig noch nicht von einem klaren Ausbruch nach oben ausgehen.

Was die On-Chain-Daten jetzt besonders spannend macht

Besonders interessant ist derzeit der Blick auf die durchschnittlichen Anschaffungskosten verschiedener Investorengruppen. Historisch war es oft ein wichtiges Signal, wenn Bitcoin die durchschnittlichen Anschaffungskosten der Kurzzeithalter sowie die Durchschnittseinkaufsschwelle aller aktiven Investoren zurückerobern konnte.

Aktuell liegen diese beiden Niveaus bei rund 78’600 US-Dollar beziehungsweise 78’100 US-Dollar. In früheren Marktphasen deutete ein nachhaltiger Bruch dieser Schwellen häufig darauf hin, dass die letzte Abwärtsbewegung bei Bitcoin bevorstand oder bereits eingeleitet wurde. Genau deshalb ist der aktuelle Bereich so entscheidend.

In den vergangenen Tagen hat Bitcoin diese Niveaus erneut erklommen. Sollte es dem Markt gelingen, diese Schwellen nachhaltig zu verteidigen, wäre das ein wichtiges Signal für einen nachhaltigen Aufwärtstrend. Scheitert Bitcoin hingegen erneut in diesem Bereich, würde das eher für eine Fortsetzung der Konsolidierung sprechen.

Fazit

Bitcoin hat sich über die vergangenen Wochen erholt und zeigt trotz geopolitischer Unsicherheiten eine gewisse Widerstandskraft. Dennoch ist es aus unserer Sicht zu früh, bereits von einem bestätigten neuen Aufwärtstrend zu sprechen.

Entscheidend bleibt, ob die Nachfrage stark genug ist, um den Angebotsüberhang in dieser Zone zu absorbieren. Die On-Chain-Daten zeigen, dass Bitcoin gerade jetzt mit den relevanten Schwellen kämpft. Gleichzeitig mahnen Optionsmarkt und Chartbild weiterhin zur Vorsicht.

Das aktuelle Marktbild lässt sich deshalb so zusammenfassen: Die Erholung ist real, aber der Ausbruch ist noch nicht bestätigt. Erst ein nachhaltiger Bruch der zentralen Widerstandszone würde das Momentum klar zugunsten der Bitcoin-Bullen verschieben.

Wichtige rechtliche Hinweise

WICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich Informations- und Marketingzwecken. Sie stellt keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung dar. Sie ist kein Verkaufsprospekt und enthält weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten, Anlagedienstleistungen oder zur Vornahme sonstiger Transaktionen. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und empfiehlt dem Anleger, bezüglich der Eignung von solchen Anlagen eine unabhängige Rechts- oder Steuerberatung einzuholen, da die steuerliche Behandlung von den persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängt und stetigen Änderungen unterworfen sein kann. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. Bitte beachten Sie, dass Maerki Baumann & Co. AG keine Rechts- und Steuerberatung anbietet. Die obenstehenden Informationen dürfen nicht als solche betrachtet werden. Es handelt sich hierbei lediglich um eine initiale Einschätzung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Für eine abschliessende und rechtskräftige Beurteilung bitten wir Sie einen Steuerexperten zu kontaktieren. 

Redaktionsschluss: 5. Mai 2026

Maerki Baumann & Co. AG
Dreikönigstrasse 6, CH-8002 Zürich
T +41 44 286 25 25, info@maerki-baumann.ch
www.maerki-baumann.ch

top