Crypto Market Update

Zeigt Bitcoin im Krisenmodus mehr Stärke als klassische Märkte?

Market Update: Warum Bitcoin im Nahost-Konflikt weiter Stärke zeigt

Market Update: Warum Bitcoin im Nahost-Konflikt weiter Stärke zeigt

Bitcoin zeigt sich auch in der aktuellen Phase geopolitischer Unsicherheit erstaunlich robust. Am 24. März 2026 notiert der Kurs bei rund 70’900 US-Dollar und damit weiter in unmittelbarer Nähe zur Marke von 71’000 US-Dollar. Das ist bemerkenswert, weil viele Marktteilnehmer bei einer weiteren Eskalation im Nahen Osten mit deutlich stärkerem Verkaufsdruck gerechnet hatten. Von Entwarnung kann zwar noch keine Rede sein. Die erwartete Kapitulation ist bislang jedoch ausgeblieben.

Warum der Markt bislang nicht stärker nachgibt

Ein Teil der Stabilität lässt sich mit dem Marktumfeld erklären. Jüngste Signale einer möglichen Deeskalation zwischen den USA und Iran sorgten an den Finanzmärkten kurzfristig für Erleichterung. Risikoanlagen reagierten positiv, Öl korrigierte deutlich nach unten und Bitcoin sprang erneut über die Marke von 70’000 US-Dollar. Das erklärt einen Teil der Erholung, aber nicht die ganze Geschichte.

Der wichtigere Punkt ist ein anderer: Der Markt wirkt auf tieferen Niveaus aufnahmefähig. Nach den deutlichen Abflüssen im Februar hellte sich das Bild im März wieder auf. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten vom 3. bis 23. März per Saldo rund 1,13 Mrd. US-Dollar Zuflüsse. Das spricht dafür, dass bei Rücksetzern weiterhin Kapital in den Markt fliesst. Genau diese strukturelle Nachfrage dürfte mithelfen zu erklären, warum Bitcoin geopolitische Spannungen derzeit besser absorbiert als viele erwartet hatten.

Bitcoin Spot ETF Total Cumulative Flow

Grafik: Nettoflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs | Quelle: Farside Investors

Verkaufsdruck hat deutlich nachgelassen

Auffällig ist zudem, dass der Verkaufsdruck zuletzt deutlich nachgelassen hat. Im Aggregat werden derzeit nur noch rund 333 Mio. US-Dollar an Bitcoin pro Tag verkauft, nachdem dieser Wert im November zeitweise noch bei rund 2 Mrd. US-Dollar gelegen hatte. Damals waren es vor allem Langzeithalter, die Gewinne realisierten. Aktuell ist diese Gruppe deutlich zurückhaltender, was den Markt zusätzlich stabilisiert.

Realised Profit Breakdown by Year

Grafik: Realisierte Bitcoin-Gewinne in US-Dollar | Quelle: Checkonchain

Die Nachfrage kommt nicht nur von Strategy

Auch auf der Nachfrageseite bleibt Strategy besonders präsent. Das Unternehmen meldete zunächst per 2. März einen Bestand von 720’737 Bitcoin, erhöhte ihn per 8. März auf 738’731, per 16. März auf 761’068 und nun per 23. März auf 762’099 Bitcoin. Allein im März summieren sich diese gemeldeten Käufe damit auf fast 45’000 Bitcoin. Das ist ein gewichtiger Nachfragefaktor und zeigt, dass Strategy seine Treasury-Strategie trotz erhöhter Volatilität konsequent fortsetzt.

MicroStrategy Bitcoin Holdings Chart & Purchase History

Grafik: Bitcoin-Bestand und Kaufhistorie von Strategy | Quelle: Bitbo

Doch die Nachfrage geht inzwischen über ein einzelnes Unternehmen hinaus. 13F-Meldungen und Marktberichte zeigen, dass auch grössere institutionelle Investoren engagiert bleiben. Dazu gehören etwa Mubadala aus Abu Dhabi sowie Harvard Management Company mit Positionen im BlackRock-Produkt IBIT. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Flow-Daten von CoinShares, dass auch Ethereum und Solana wieder Zuflüsse verzeichnen konnten. Das spricht dafür, dass institutionelles Interesse im Bereich digitaler Assets insgesamt intakt bleibt, selbst wenn die breite Retail-Euphorie bislang ausbleibt.

Was die Kryptowelt jetzt zusätzlich beschäftigt

Neben dem Markt selbst rückt wieder stärker die Regulierung in den Fokus. In den USA hat die US-Börsenaufsicht SEC am 17. März eine neue Auslegung veröffentlicht, die klarer darlegt, wie bestehendes Wertpapierrecht auf Krypto-Assets angewendet werden soll. Gleichzeitig betonen SEC und CFTC (US-Derivateaufsicht) ihre koordinierte Zusammenarbeit. Das ist ein positives Signal, weil es zumindest auf Ebene der Aufsicht mehr Orientierung schafft. 

Die umfassendere Marktstrukturgesetzgebung bleibt aber der eigentliche Knackpunkt. Der Clarity Act steckt weiterhin im Senat fest. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wie Stablecoin-Erträge und «stablecoinnahe» Belohnungsmodelle behandelt werden sollen. Gerade Banken sehen darin eine direkte Konkurrenz zu Einlagen und Zahlungsverkehr. Zwar gibt es zuletzt Hinweise auf Fortschritte bei einem Kompromiss, doch eine klar definierte politische Zeitschiene fehlt weiterhin. Für den Kryptomarkt ist das relevant, weil erst ein solcher Rechtsrahmen die Abgrenzung zwischen digitalen Rohstoffen und klassischen Wertschriften dauerhaft schärfen würde.

Fazit

Bitcoin bleibt in einem angespannten geopolitischen Umfeld erstaunlich stabil, weil der Markt derzeit von zwei Kräften getragen wird: erstens von anhaltender struktureller Nachfrage und zweitens von der Tatsache, dass viele schwache Hände bereits zuvor aus dem Markt gedrängt wurden. Strategy ist dabei weiterhin ein zentraler Käufer, aber eben nicht der einzige. ETF-Zuflüsse und institutionelle Positionierungen zeigen, dass Kapital weiter in den Sektor fliesst. Der nächste wichtige Test dürfte nun weniger aus dem Nahen Osten kommen als aus Washington: Dort entscheidet sich, ob auf die jüngste regulatorische Annäherung auch echte gesetzliche Klarheit folgt.

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Redaktionsschluss: 24. März 2026

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