Market Update: Warum Bitcoin im Nahost-Konflikt überraschend stabil bleibt Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Trotzdem notiert Bitcoin am 10. März 2026 wieder klar über der Marke von 70'000 USD. Aktuell liegt der Kurs bei rund 71'000 USD, nachdem er sich vor einer Woche um 65'000 USD bewegte. Dass Bitcoin trotz der jüngsten Eskalation rasch in diese Zone zurückkehren konnte, ist ein Zeichen relativer Stärke. Von Entwarnung zu sprechen, wäre dennoch verfrüht. Warum der Markt nicht stärker eingebrochen istEin Teil der Erklärung liegt im breiteren Marktumfeld. Nachdem Aussagen aus Washington als mögliches Signal für eine raschere Deeskalation interpretiert wurden, erholten sich Risikoanlagen und Bitcoin sprang wieder über 70'000 USD. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Marktdaten erste Stabilisierungssignale: Glassnode spricht von leicht verbessertem Momentum und weiterhin solider ETF-Nachfrage. Dazu passt, dass die US-Spot-Bitcoin-ETFs am 9. März netto 167,1 Mio. USD Zuflüsse verzeichneten. Das ist noch kein Befreiungsschlag, aber es zeigt, dass auch auf tieferen Niveaus Käufer in den Markt kommen.Im Markt wurde jüngst zudem intensiv über Jane Street diskutiert. Belastbar ist vor allem zweierlei: Die indische Aufsicht SEBI verfügte im Juli 2025 eine Interimsmassnahme gegen das Unternehmen und lockerte diese später nur unter laufender Überwachung. Zusätzlich wirft der Abwickler von Terraform Labs Jane Street seit Ende Februar 2026 mutmasslichen Insiderhandel im Zusammenhang mit dem Terra-Luna-Kollaps aus dem Jahr 2022 vor. Für die jüngste Stabilisierung von Bitcoin taugt das aus unserer Sicht aber eher als Nebenaspekt. Der grössere Treiber bleibt die Frage, ob Risikoappetit und Liquidität in den Markt zurückkehren. Was der Konflikt im Iran über Krypto zeigtSpannend ist der Blick direkt in den Iran. Chainalysis registrierte nach den Luftschlägen zwischen dem 28. Februar und 2. März Abflüsse von rund 10,3 Mio. USD von iranischen Börsen. Das passt zu einem Muster, das Chainalysis bereits für die jüngsten Proteste beschrieben hatte: In Phasen politischer Unsicherheit steigen Transfers von Börsen in persönliche Wallets, also in die Selbstverwahrung. TRM Labs zeigt gleichzeitig die andere Seite: Wegen massiver Internetunterbrüche brach das Transaktionsvolumen zwischen dem 27. Februar und 1. März um rund 80 Prozent ein. Der iranische Kryptomarkt stand also unter Stress, ist aber nicht kollabiert. Genau darin liegt aber ein wichtiger Punkt: Bitcoin und Krypto funktionieren in Krisen nicht nur als Spekulationsobjekte, sondern können auch als Instrument für Eigentum, Mobilität und Selbstverwahrung fungieren. Warum wir noch keinen klaren Trendwechsel sehenTechnisch und on-chain bleibt die Lage fragil. Aktuell befinden sich nur rund 59 Prozent des Bitcoin-Angebots im Gewinn. Umgekehrt befindet sich damit knapp 40 Prozent der umlaufenden Coins im Verlust. Zwar hat sich das Bild leicht verbessert, doch fehlt aber weiterhin eine breite Überzeugung. Dazu passt auch der Crypto Fear & Greed Index, der aktuell bei lediglich 8 und damit im Bereich «Extreme Fear» liegt. Quelle: https://charts.checkonchain.com/btconchain/unrealised/pctsupplyinprofit_all/pctsupplyinprofit_all_light.htmlFür die nächsten Wochen bleibt deshalb vor allem die Zone um 70'000 USD entscheidend. Glassnode hatte den Bereich von rund 68'500 bis 71'500 USD zuletzt als relevante Widerstands- und Verteilungszone beschrieben, während frühere Analysen die Spanne von 60'000 bis 69'000 USD als zentrale Nachfragezone einordneten. Dass Bitcoin heute wieder knapp darüber handelt, ist konstruktiv. Ein belastbarer neuer Aufwärtstrend wäre aus unserer Sicht aber erst dann überzeugend, wenn sich der Kurs oberhalb dieser Zone festsetzt und ETF-Zuflüsse sowie Spot-Nachfrage anhalten. FazitUnser Fazit ist deshalb zweigeteilt: Bitcoin hat im geopolitisch schwierigen Umfeld relative Stärke gezeigt. Das ist positiv. Gleichzeitig bleibt das Marktbild eher von Stabilisierung als von echter Euphorie geprägt. Wer investiert ist, sollte diese Phase weniger als Startschuss für den nächsten Bullenmarkt verstehen, sondern als Übergangsphase, in der sich zeigt, ob aus relativer Stärke wieder echte Nachfrage wird. Wichtige rechtliche HinweiseWICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich Informations- und Marketingzwecken. Sie stellt keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung dar. Sie ist kein Verkaufsprospekt und enthält weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten, Anlagedienstleistungen oder zur Vornahme sonstiger Transaktionen. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und empfiehlt dem Anleger, bezüglich der Eignung von solchen Anlagen eine unabhängige Rechts- oder Steuerberatung einzuholen, da die steuerliche Behandlung von den persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängt und stetigen Änderungen unterworfen sein kann. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. Bitte beachten Sie, dass Maerki Baumann & Co. AG keine Rechts- und Steuerberatung anbietet. Die obenstehenden Informationen dürfen nicht als solche betrachtet werden. Es handelt sich hierbei lediglich um eine initiale Einschätzung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Für eine abschliessende und rechtskräftige Beurteilung bitten wir Sie einen Steuerexperten zu kontaktieren. Redaktionsschluss: 10. März 2026Maerki Baumann & Co. AGDreikönigstrasse 6, CH-8002 ZürichT +41 44 286 25 25, info@maerki-baumann.chwww.maerki-baumann.ch