Market Update: Warum Bitcoin gerade die Nerven testet Am 6. Februar fiel der Kurs zwischenzeitlich bis nahe 60’000 USD, bevor eine technische Gegenbewegung einsetzte. Aktuell notiert Bitcoin wieder bei knapp 70’000 USD. Das Entscheidende daran: Diese Phase wird weniger von «Narrativen» getragen, sondern von Liquidität und Risikoreduktion. Genau das erklärt auch die Stimmung am Markt. Der Crypto Fear & Greed Index rutschte zeitweise in den Bereich «Extreme Fear». Was sind die Treiber für die grosse Korrektur und worauf sollten sich Anlegerinnen und Anleger in nächster Zeit konzentrieren? Welche Faktoren treiben die grosse Korrektur an?Makro schlägt Krypto: Krypto verhält sich aktuell klar wie ein Risiko-Asset. Wenn das Risiko reduziert wird, trifft es Bitcoin überproportional. Das ist nicht neu, wurde in den letzten Wochen aber wieder sehr deutlich sichtbar.Fed-Signal über die Personaldiskussion: Die Kandidatur von Kevin Warsh für den Posten des nächsten Fed-Vorsitzenden hat die Erwartungen neu sortiert. Warsh gilt als eher restriktiv. In einem Umfeld, in dem der Markt auf Zinssenkungen hofft, reicht ein solches Signal bereits aus, um Risiken schneller abzubauen.Japan verschiebt das globale Zinsbild: Auch ausserhalb der USA wird Liquidität neu bepreist. Die Bank of Japan hat den Leitzins leicht angehoben. Das ist ein klares Zeichen, dass die Phase der ultralockeren Geldpolitik global weiter zurückgeht. Für volatile Märkte bedeutet dies Gegenwind.Geopolitik als Volatilitätsverstärker: Geopolitische Spannungen erhöhen die Unsicherheit. In solchen Phasen verschiebt sich Kapital oft in «klassische Sicherheiten» wie Gold, während hochvolatile Märkte erst einmal mit weniger Nachfrage rechnen müssen.Die US-Spot-Bitcoin-ETFs bleiben ein zentraler Taktgeber: Auffällig sind die wiederholten Nettoabflüsse, die ein klares Signal senden. Investoren sichern Liquidität oder schichten um. Ein markanter Tag war der 29. Januar mit Nettoabflüssen von rund 817,9 Mio. USD.Hebelabbau: Wenn Mechanik den Markt dominiert. Ein Teil dieser Bewegung ist das «klassische Deleveraging»: Hebelpositionen werden in kurzer Zeit zwangsliquidiert. Das führt zu beschleunigten Abwärtsimpulsen, selbst wenn die Verkäufe nicht emotional oder panisch erfolgen. In solchen Momenten zählt nicht, ob jemand «überzeugt» ist, sondern ob er verkaufen muss. So ordnen wir die Lage einDiese Abwärtsphase ist unangenehm, aber sie ist nicht automatisch ein strukturelles Problem. Volatilität ist bei Bitcoin Teil des Zyklus. Es gibt Phasen, in denen Risiko bewusst und konsequent abgebaut wird. In genau solchen Momenten schlägt Liquidität jede Story: Zins-, Währungs- und Risiko-Impulse dominieren, unabhängig davon, wie überzeugend das langfristige Narrativ klingt. Gleichzeitig testet der Markt die Überzeugung der Investoren, besonders bei Akteuren, die sich öffentlich als langfristige Käufer positionieren. Dass Strategy (ehem. MicroStrategy) im Januar Bitcoin im Umfang von rund 2,13 Mrd. USD gekauft hat, zeigt zwar, dass einzelne Akteure die tieferen Kurse nutzen. Eine breite und stabile Nachfrage ist damit jedoch noch nicht garantiert. Worauf wir jetzt schauenStabilisierung im Preis: Eine Erholung nach starken Abgaben ist normal. Entscheidend ist, ob der Markt höhere Tiefs ausbildet und ob Spot-Käufer wieder aktiv werden.Drehen die ETF-Flows? Wenn die Nettoabflüsse abflachen oder wieder Zuflüsse einsetzen, entspannt sich die Marktmechanik unmittelbar.Hebel und Positionierung: Kommt der Markt zurück in Balance? Nach einem Hebel-Reset braucht es Zeit. Normalisierte Finanzierungssätze und sinkende Zwangsliquidationen sind oft bessere Signale als kurzfristige Kurssprünge.Makro: Wird Risiko wieder aufgebaut? Solange das Umfeld «risk-off» bleibt, wird jede Erholung fragiler. Erst wenn Risiko wieder aufgebaut wird, bekommt Bitcoin Rückenwind. FazitDer Markt ist nicht «kaputt». Aber er ist im Moment ehrlich: Er belohnt keine Hoffnung, sondern Disziplin. Wer in Bitcoin investiert, muss solche Phasen aushalten können oder die Positionsgrösse so wählen, dass die Volatilität nicht zum Stressfaktor wird. Wichtige rechtliche HinweiseWICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich Informations- und Marketingzwecken. Sie stellt keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung dar. Sie ist kein Verkaufsprospekt und enthält weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten, Anlagedienstleistungen oder zur Vornahme sonstiger Transaktionen. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und empfiehlt dem Anleger, bezüglich der Eignung von solchen Anlagen eine unabhängige Rechts- oder Steuerberatung einzuholen, da die steuerliche Behandlung von den persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängt und stetigen Änderungen unterworfen sein kann. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. Bitte beachten Sie, dass Maerki Baumann & Co. AG keine Rechts- und Steuerberatung anbietet. Die obenstehenden Informationen dürfen nicht als solche betrachtet werden. Es handelt sich hierbei lediglich um eine initiale Einschätzung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Für eine abschliessende und rechtskräftige Beurteilung bitten wir Sie einen Steuerexperten zu kontaktieren. Redaktionsschluss: 11. Februar 2026Maerki Baumann & Co. AGDreikönigstrasse 6, CH-8002 ZürichT +41 44 286 25 25, info@maerki-baumann.chwww.maerki-baumann.ch