Market Update: Bitcoin zwischen Gegenwind und Nachfrage Nach der anfänglichen Rally hat der Bitcoin viele seiner bisherigen Jahresgewinne wieder abgegeben. Kryptoanlegern wird somit erneut deutlich, wie stark kurzfristige Marktbewegungen weiterhin vom makroökonomischen Umfeld beeinflusst werden. Hoffnung auf Zinssenkung zerschlägt sichZu Beginn des Januars lag die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit bei rund 85 Prozent, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen im Januar-Meeting unverändert belassen würde. Innerhalb der Krypto-Community gab es jedoch Stimmen, die diese Einschätzung nicht teilten und auf eine steigende Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung hofften. Diese Erwartung hat sich in den vergangenen Wochen nicht bestätigt. Im Gegenteil: Inzwischen preist der Markt mit rund 95 Prozent Wahrscheinlichkeit ein, dass es im Januar zu keiner Zinssenkung kommen wird. Gegenwind zum JahresauftaktDiese Entwicklung kann als ein wesentlicher Grund dafür gesehen werden, weshalb Bitcoin den jüngsten Versuch, die Marke von 100’000 US-Dollar zurückzuerobern, nicht erfolgreich abschliessen konnte. Der Kurs prallte stattdessen am viel beachteten durchschnittlichen Einstandspreis der Kurzzeithalter ab. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass der Markt derzeit noch nicht davon überzeugt ist, dass eine nachhaltige Trendwende bereits eingesetzt hat.Die Kennzahl «Realisierter Gewinn nach Gewinnmarge» zeigt, dass der Gewinnanteil der Gruppe mit 0 bis 20 % Marge deutlich gestiegen ist. Das spricht für mehr Aktivität von Breakeven-Verkäufern, die kleine Gewinne mitnehmen. Quelle: glassnodeMit diesem Gegenwind melden sich auch die Bären wieder deutlicher zu Wort. Sie verweisen auf ein sogenanntes Angebots-Airpocket im Bereich zwischen 70’000 und 80’000 US-Dollar – eine Preiszone, in der historisch vergleichsweise wenig Handelsvolumen stattgefunden hat. Solche Zonen werden im Bitcoin-Markt nicht selten im weiteren Verlauf «gefüllt», bevor sich ein nachhaltiger Aufwärtstrend fortsetzen kann. Ob es dazu kommen wird, bleibt offen, das Szenario wird jedoch von Marktteilnehmern zunehmend diskutiert.Positive Signale unter der OberflächeGleichzeitig zeigen sich unter der Oberfläche auch konstruktive Entwicklungen. Für Bitcoin-Investoren lohnt es sich, den Fokus weniger auf kurzfristige Preisbewegungen zu legen, sondern stärker auf das Verhältnis von Nachfrage und Grenzangebot. Vereinfacht gesagt stellt sich die Frage, ob die aktuelle Nachfrage ausreicht, um den bestehenden Verkaufsdruck zu absorbieren.Um eine Einschätzung über die zukünftige Nachfrage und den potenziellen Verkaufsdruck zu gewinnen, bietet sich ein Blick auf die Veränderungsraten an. Auf der Nachfrageseite sind derzeit insbesondere zwei Faktoren entscheidend: die Dynamik der ETF-Zuflüsse sowie die Kaufaktivität des Bitcoin-Unternehmens Strategy (ehemals MicroStrategy), das als börsenkotierte Gesellschaft seit Jahren systematisch Bitcoin als Treasury-Reserve aufbaut.Seit dem 1. Januar 2026 halten sich die ETF-Flüsse in etwa die Waage. Nachdem in der vergangenen Woche 1,4 Milliarden US-Dollar geflossen sind, sind in der Woche darauf bereits wieder Abflüsse zu verzeichnen. Quelle: checkonchainGenau hier sind zuletzt wieder Anzeichen einer Belebung sichtbar. Die Bitcoin-ETFs kauften in der vergangenen Woche Bitcoin im Gegenwert von rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Auch Strategy zeigte sich erneut deutlich aktiver und hat in diesem Jahr bereits wöchentlich mehr als 12’000 Bitcoin zugekauft. Zum Vergleich: Im Spätsommer und Herbst des Vorjahres akkumulierte das Unternehmen oftmals weniger als 1’000 Bitcoin pro Woche. Diese Veränderung kann auf eine frühe Aufwärtsdynamik hindeuten, insbesondere wenn sich diese Nachfrage als nachhaltig erweist.Verkaufsdruck lässt weiter nachAuch auf der Angebotsseite mehren sich die Anzeichen einer Entspannung. Die Kennzahl «Bitcoin Hodler Net Position Change» hat seit Jahresbeginn wieder in den positiven Bereich gedreht und steigt weiter an. Aktuell akkumulieren langfristig orientierte Halter wieder rund 20’000 Bitcoin pro Tag – mit weiter zunehmender Tendenz. ARCHIP erklärt: Bitcoin Hodler Net Position ChangeDer Indikator «Bitcoin Hodler Net Position Change» misst, ob langfristig orientierte Bitcoin-Halter ihre Bestände insgesamt aufbauen oder abbauen. Ein positiver Wert zeigt, dass Hodler mehr Bitcoin akkumulieren als verkaufen – der Verkaufsdruck nimmt ab. Ein negativer Wert deutet auf Distribution hin. Die Kennzahl gilt als wichtiger Frühindikator für Angebotsdynamiken, da langfristige Halter historisch seltener kurzfristig auf Marktbewegungen reagieren. Bemerkenswert ist, dass sich der Rückgang des Verkaufsdrucks in den vergangenen Wochen sogar beschleunigt hat. Daran änderte auch die kurzfristige Erholungsbewegung Anfang Januar wenig. Dies ist insofern relevant, als bei einem Bitcoin-Preis um 90’000 US-Dollar weiterhin ein erheblicher Teil der gehaltenen Bitcoins rechnerisch unter Wasser liegt. Entscheidend wird sein, ob Investoren, die oberhalb der 100’000-US-Dollar-Marke eingestiegen sind, ihre Positionen bei einer erneuten Schwächephase vermehrt veräussern – und damit den Verkaufsdruck erneut erhöhen. FazitKurzfristig bleibt der Markt klar vom makroökonomischen Umfeld geprägt. Mittelfristig rücken jedoch Angebot und Nachfrage wieder stärker in den Fokus. Sollten die zuletzt beobachteten positiven Trends auf der Nachfrageseite anhalten, während sich der Verkaufsdruck weiter reduziert, dürften die Bitcoin-Bullen grundsätzlich wieder ein etwas leichteres Spiel haben. Ob daraus bereits eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entsteht, wird sich dadurch entscheiden, wie belastbar diese Nachfrageimpulse in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld sind. Autor: Pascal HügliPascal Hügli, Crypto Investment Manager bei Maerki Baumann und Gründer von Insight DeFi, produziert hochwertige Inhalte zu Bitcoin und Krypto und trägt damit auch zur Entwicklung von Maerki Baumann im Bereich der Blockchain- und Kryptowährungen bei. Als Dozent für digitale Finanzen und Krypto-Assets an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich verfügt er über fundiertes Fachwissen auf diesem Gebiet, das er nun auch für die Etablierung unserer Marke «ARCHIP by Maerki Baumann» einbringt. Wichtige rechtliche HinweiseWICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich Informations- und Marketingzwecken. Sie stellt keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung dar. Sie ist kein Verkaufsprospekt und enthält weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten, Anlagedienstleistungen oder zur Vornahme sonstiger Transaktionen. Maerki Baumann & Co. AG erbringt keine Rechts- oder Steuerberatung und empfiehlt dem Anleger, bezüglich der Eignung von solchen Anlagen eine unabhängige Rechts- oder Steuerberatung einzuholen, da die steuerliche Behandlung von den persönlichen Verhältnissen des Kunden abhängt und stetigen Änderungen unterworfen sein kann. Maerki Baumann & Co. AG ist Inhaberin der Schweizerischen Bankbewilligung, die ihr durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erteilt wurde. Bitte beachten Sie, dass Maerki Baumann & Co. AG keine Rechts- und Steuerberatung anbietet. Die obenstehenden Informationen dürfen nicht als solche betrachtet werden. Es handelt sich hierbei lediglich um eine initiale Einschätzung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Korrektheit. Für eine abschliessende und rechtskräftige Beurteilung bitten wir Sie einen Steuerexperten zu kontaktieren. Redaktionsschluss: 26. Januar 2026Maerki Baumann & Co. AGDreikönigstrasse 6, CH-8002 ZürichT +41 44 286 25 25, info@maerki-baumann.chwww.maerki-baumann.ch