Market Update: Bitcoin zwischen starkem US-Dollar, AI-Hype und Sorgen um Strategy Bitcoin bleibt unter Druck, während sich ein Teil des Marktes auf die erwarteten Börsengänge und Bewertungen rund um AI-Unternehmen konzentriert. Aus unserer Sicht greift diese Erklärung allein jedoch zu kurz. Entscheidend bleibt vor allem die Stärke des US-Dollars. Sie belastet den Kryptomarkt und wird durch den AI-Hype indirekt zusätzlich gestützt. Warum bleibt Bitcoin trotz AI-Euphorie schwach?Bitcoin steht weiterhin unter Druck. Das liegt aus unserer Sicht aber nicht primär daran, dass Anlegerinnen und Anleger Bitcoin direkt zugunsten von AI-Titeln verkaufen. Gewichtiger ist der US-Dollar. Über die vergangenen Wochen ist der Dollar stärker geworden, was für Bitcoin tendenziell belastend ist.Der AI-Hype spielt dennoch eine Rolle. Die erwarteten grossen US-Börsengänge rund um Unternehmen wie SpaceX, Anthropic, OpenAI sowie die Kapitalmarktaktivitäten der Hyperscaler erhöhen die Nachfrage nach US-Dollar. Wer über solche US-Firmen an der AI-Revolution teilnehmen will, muss Kapital in US-Dollar bereitstellen. Dadurch kann zusätzliche Dollarstärke entstehen.Die verbreitete Meinung, wonach Bitcoin wegen der bevorstehenden AI- und Tech-Börsengänge unter Druck steht, enthält deshalb indirekt einen wahren Kern. Präziser ist aber: Die AI-Euphorie stärkt die Nachfrage nach US-Dollar und bindet Risikokapital. Der stärkere Dollar bleibt somit der gewichtigere Belastungsfaktor.Grafik: Bitcoin im Vergleich zum US-Dollar-Index DXY | Quelle: MacroMicroWas steckt hinter der Nervosität um Strategy?Zusätzliche Unruhe kam zuletzt durch Strategy auf. Das US-Unternehmen ist seit Jahren für seine hohen Bitcoin-Käufe bekannt und gilt als wichtigster börsenkotierter Unternehmenshalter von Bitcoin.Ende Mai verkaufte Strategy 32 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von USD 77’135. Der Verkauf war gemessen am Gesamtbestand sehr klein. Trotzdem wurde er vom Markt als symbolisch wichtiges Signal wahrgenommen, weil Strategy seit Dezember 2022 keinen Bitcoin-Verkauf mehr gemeldet hatte. Nur wenige Tage später trat Strategy bereits wieder als Käufer auf. Zwischen dem 1. und 7. Juni kaufte das Unternehmen weitere 3’137 Bitcoin für rund USD 101 Millionen zu einem Durchschnittspreis von USD 65’332. Damit stiegen die gesamten Bitcoin-Bestände auf 846'842Bitcoin.Kritisch sehen einige Marktbeobachter jedoch die Kapitalstruktur. Strategy weist eine US-Dollar-Reserve von rund 1,1 Milliarden US-Dollar aus. Gleichzeitig werden die annualisierten Dividendenverpflichtungen auf Vorzugsaktien auf rund USD 1,7 Milliarden geschätzt. Sollte Bitcoin länger in einem schwachen Marktumfeld verharren, bleibt die Frage, wie Strategy diese Differenz finanziert. Möglich sind weitere Kapitalaufnahmen über Aktien oder Vorzugsaktien. Aber auch das Risiko punktueller weiterer Bitcoin-Verkäufe ist nicht vom Tisch.Grafik: Bitcoin-Bestände von Strategy seit 2020 | Quelle: BitboWie lange könnte der Bärenmarkt noch anhalten?Nach historischen Massstäben dürfte Bitcoin aktuell gerade in die spätere Phase des Bärenmarktes übergehen. Im Rahmen des bekannten Vierjahreszyklus wäre ein zyklischer Boden im November oder Dezember dieses Jahres plausibel. Eine Garantie dafür gibt es nicht. Die Zyklustheorie hat in der Vergangenheit Orientierung gegeben. Sie stellt aber kein Naturgesetz dar und muss sich daher auch nicht jedes Mal gleich wiederholen.Sollte Bitcoin in den kommenden Wochen nochmals tiefere Preise sehen, rückt aus On-Chain-Sicht besonders der Bereich zwischen USD 49’000 und USD 54’000 in den Fokus. In dieser Zone liegen verschiedene On-Chain-Levels, die in früheren Zyklen mit Bodenbildungsphasen vergleichbar waren.Grafik: Wichtige On-Chain-Level, die einen Boden markieren könnten | Quelle: CheckonchainDieser Bereich wäre deshalb eine wichtige Unterstützungsschwelle. Entscheidend wäre dort, ob der Verkaufsdruck nachlässt und sich der Bitcoin-Preis in dieser Region stabilisieren kann. Ein Rückfall in diese Zone müsste nicht automatisch eine neue Eskalation bedeuten, würde aber bestätigen, dass Bitcoin weiterhin in einer anspruchsvollen Marktphase steckt. Fazit: Bitcoin wartet auf Entlastung vom DollarBitcoin bleibt im Bärenmarkttrend. Die AI-Euphorie zieht Aufmerksamkeit und Kapital an, doch der wichtigste Belastungsfaktor bleibt der stärkere US-Dollar. Solange Dollarstärke und vorsichtige Risikobereitschaft dominieren, fehlt Bitcoin ein klares Entlastungssignal.Zusätzlich sorgt Strategy für Unsicherheit. Der jüngste Verkauf war klein, aber symbolisch relevant. Die anschliessenden Käufe zeigen allerdings, dass das US-Unternehmen weiterhin an seiner Bitcoin-Strategie festhält. Die Dividendenverpflichtungen und die tieferen Barreserven bleiben jedoch ein Punkt, den der Markt beobachten wird.Für Bitcoin bleibt auf der Unterseite der Bereich zwischen USD 49’000 und USD 54’000 zentral. Eine Stabilisierung dort würde zu einer späten Phase des Bärenmarktes passen. Ein klarer Bruch darunter würde die Lage dagegen weiter eintrüben. Wichtige rechtliche HinweiseWICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE: Diese Publikation dient ausschliesslich Informations- und Marketingzwecken. Sie stellt keine Anlageberatung oder individuell-konkrete Anlageempfehlung dar. Sie ist kein Verkaufsprospekt und enthält weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten, Anlagedienstleistungen oder zur Vornahme sonstiger Transaktionen. Maerki Baumann & Co. 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